Der Bewegungsstall

Auf dem Christinenhof leben ca. 26 Pferde in einer großen Gruppe. Stuten und Wallache werden hier zusammen gehalten. Vom Shetty bis zum Warmblut, vom Vollblut bis zum Kaltblut, im Alter von 5 bis 29 Jahre ist hier alles vertreten. Allen gemeinsam ist ihre Sozialverträglichkeit. Es werden nur gut sozialisierte, freundliche Pferde aufgenommen. Aber das trifft zum Glück auf die meisten Pferde zu.

Das Besondere an dem Stallkonzept ist, dass die Pferde das ganze Jahr über die Möglichkeit haben auf die Koppel zu gehen. Sommer wie Winter können sie sich dort nach Herzenslust austoben und eben Pferd sein. Gleichzeitig können sie sich immer in den Auslauf oder Stall zurückziehen, um sich vor dem Wetter oder vor Fliegen zu schützen. Ganz wie sie selbst das möchten.

Durch dieses Bewegungskonzept sind die Pferde ganzjährig zufrieden und ausgeglichen.

 

Die Heufütterung

Heu wird von November bis Mai ad libidum angeboten. Im Sommer steht den Pferden Futterstroh zur Verfügung.

32 Fressplätze sind auf 50 Metern verteilt. Hier können alle Pferde in Ruhe fressen.

Die Fressgitter der Firma Röwer & Rüb gewährleisten dabei eine pferdegerechte und sichere Fütterung.

Über dem Heu liegt ein Heunetz der Firma Löwer.

Beim Fressen sind alle Pferde durch einen Dachüberstand von drei Metern vor dem Wetter geschützt.

Um die Heuvorlage sind über 1000 qm gepflastert.

Hier wird im Winter 1-2 mal am Tag alles sauber gemacht.  

Die Weiden

Der Hof ist mit 24 Hektar Koppeln arrondiert. Durch die Größe der Fläche können die Pferde das ganze Jahr über die Weiden benutzen. Genügend Bewegung vor allem im Winter ist dadurch garantiert. Es entffällt auch das Anweiden im Frühjahr und es gibt keine abrupte Futterumstellung im Herbst. Ab November fangen die Pferde an am Heu zu knabbern, ernähren sich aber noch hauptsächlich vom Gras. Über mehrere Wochen dauert die Futterumstellung von Gras auf Heu. So kann sich die Verdauung vom saftigen Gras auf das stengelige Heu langsam anpassen. Im Frühjahr ist es umgekehrt. Ab März finden die Pferde schon wieder frisches Gras und auch hier findet die Futterumstellung über mehrere Wochen statt.

Die Anlage

Der Stall bietet den Pferden vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten. Die unterschiedlichen Funktionsbereiche liegen weit auseinander. Liegebereich, Raufutter, Kraftfutter, Tränke, Wälzplatz sind auf 4000 qm befestigtem Auslauf verteilt. Sommer wie Winter können die Pferde hier auf einem trockenen, sauberen Untergrund, mit Lava, Sand oder Pflastersteinen, laufen.

Der Futterautomat

Der Automat erleichtert eine individuelle Gabe von Mineral- oder Kraftfutter in der Gruppenhaltung. Die Pferde können selbstständig und bedarfsgerecht ihre Portionen an Mineralfutter und Kraftfutter abholen. Hafer, Pellets und das Mineralfutter werden einzeln dosiert. Jedes Pferd erhält so täglich seine benötigte Menge. Die Pferde bekommen dafür einen Transponder, als Chip in die Mähne geflochten oder einen Halsriemen. Am Computer lässt sich nun das Futter ganz individuell zusammenstellen. Hier wird auch überwacht, ob die Pferde ihr Futter abholen.  

Der Liegebreich

Im Liegebreich sollte kein Futter angeboten werden. Dadurch wird gewährleistet, dass die Pferde diesen Bereich nur zum Ausruhen oder Hinlegen aufsuchen. 

Der eingestreute Grünkompost ist weich, verformbar, griffig und gut isolierend gegen Kälte. Im Winter werden 1-2 mal am Tag die Pferdeäppel eingesammelt.


Tagesablauf

Der Bewegungsstall bietet jedem Pferd viel Platz und Beschäftigungsmöglichkeiten.

So könnte ein Tagesablauf im Winter, bei Heufütterung, aussehen:

Irgendwann in der Nacht läuft das Pferd in den Liegebereich, döst dort eine Zeit im Stehen, um sich dann hinzulegen. Jetzt kann es den nötigen Tiefschlaf (REM-Schlaf) mit Traumphasen genießen. Nach dem Aufstehen geht es unter das Vordach der Liegehalle, schaut sich in Ruhe um, sieht sich das Wetter an und die anderen Pferde. Es verspürt einen leichten Hunger und läuft hoch zum Kraftfutterautomaten. Nach einer kleinen Portion geht es weiter zum Wasser. Jetzt muss das Pferd überlegen, ob es auf die Koppel laufen möchte oder lieber zum Heu. Da es noch regnet, geht es lieber unter das schützende Dach der Heuraufe. Dort kann es von November bis Mai rundum die Uhr Heu fressen. Nach zwei Stunden hört es endlich auf zu regnen. Einige Pferde sind schon auf die Koppel gelaufen. Unser Pferd entschließt sich nun auch hoch zu gehen. Auf der Koppel angekommen spielt es kurz mit seinen Kumpels, wälzt sich ausgiebig auf dem nassen Boden und fängt dann an nach Gras zu suchen. Ein Glück hat es noch nicht geschneit, so ist es nicht so mühsehlig an überständiges Gras zu kommen. Wirklich schmecken tut das aber nicht. So fängt es an an den Hecken und Sträuchern zu knabbern. Hier und da findet es noch Hagebutten, aber auch Haselnusszwiege werden gezupft. Plötzlich rennt ein anderes Pferd im wilden Galopp zum Stall. Alle rennen hinterher. Auf dem Sandplatz angekommen, lässt sich der Gewinner des Wettrennens feiern. Kurz wird getobt und sich nochmal im Sand gewälzt. Nach der Anstrengung haben alle hunger. Jetzt heißt es geduldig anstellen am Kraftfutterautomaten. Einige Zeit dauert es bis unser Pferd an der Reihe ist. Dann endlich ist es dran und bekommt einen Teil seiner Tagesportion an Kraft- und Mineralfutter. Kurz noch was trinken und dann wird sich erstmal ausgeruht.


Eckdaten

Hof:

  • 30 ha Grünland
  • Heu von artenreichen, mageren und ungedüngten Wiesen
  • scheunengelagertes Heu
  • regelmäßige Heuanalysen
  • LAG & FN kontrolliert
  • Bewirtschaftung nach Cross Compliance Richtlinien

Haltung:

  • ca. 4000 qm befestigter Auslauf mit Sand, Lava, Pflastersteinen
  • 32 Fressplätze
  • Ganzjähriger Zugang zu den Weiden
  • Unterstellmöglichkeiten auf über 400 qm, davon 260 qm Liegefläche mit Grünkompost eingestreut
  • Ganzjähriger freier Zugang zum Stall
  • Heu ad lib von November bis Mai
  • Zwei beheizte Tränken
  • Kraftfutterautomat mit Hafer, Pellets und Mineralfutter
  • naturbelassene Salzlecksteine
  • Einzäunung mit Holz, Equiwire oder Litze
  • großzügig getrennte Funktionsbereiche

Pferde & Service & Gesundheit:

 

Pferde:

  • Pferdegruppe mit ca. 26 Pferden
  • davon 16 Ruhestandspferde (Stand 2018)
  • Alter von 5 - 29 Jahre (Stand 2018)
  • Stuten und Wallache

Service:

  • Reitplatz
  • Round Pen
  • Waschplatz
  • überdachter Anbindebereich
  • Pferdewaage
  • Solarium
  • Sattelschränke

Gesundheit:

  • 3 x jährlich Wurmkur
  • optional Selektive Entwurmung
  • jährlicher Termin zur Zahnkontrolle, falls gewünscht
  • Überwachung und Durchführung der nötigen Impfungen, falls gewünscht
  • zwei Paddockboxen im Krankheitsfall inkl. Betreuung